Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Die Lehrerfortbildung
läuft auf Hochtouren, welche viel Vorbereitung verlangt und auch jetzt meine
Tage von früh morgens bis nachts in Anspruch nehmen.
Gerade habe ich ein wenig Luft und versuche mal ein wenig
nachzuholen:
Hochzeit
Mit der Familie ging es nach Yaounde zu der Hochzeit eines Cousins.
Da wir mit Mdm Oben dort hinfuhren, kamen wir natürlich wie immer zu spät.
Planendes Denken ist bei ihr wirklich nicht vorhanden. Erstmal braucht sie Ewigkeiten
um sich selbst fertig zu machen bis sie dann endlich bereit ist los zu fahren.
Aber sobald man die Tür abschließen möchte um das Haus zu verlassen fängt man
erstmalig an darüber nachzudenken, dass die Handwerker im Haus sind. Diese
müssen dann erstmal aufgefordert werden alles
zu packen und aufzuräumen… Kaum das Haus verlassen, bemerkt man, dass
man das Hochzeitsgeschenk zu Hause vergessen hatte etc… Danach dann 7 qualvolle
Stunden im Auto nach Yaounde um schnell im Hotel einzuchecken und sich
umzuziehen. Danach weiter zur traditionellen Hochzeit am Abend.
Eine riesen Villa mit Garten, unzählige Gäste, Buffet,
Musik, traditionelle Kleidung etc.. Prinzipiell eine ‚normale‘ schöne Feier.
Was jedoch früher am Abend stattgefunden hat ist spannend:
Der Pride price (Brautpreis): Der Mann muss Geschenke an die
ganze Familie der Braut geben (Quasi für die Frau bezahlen). Abhängig von
Wohlstand, Bildungsgrad und Region des Landes variieren die Preise. Wir haben
versucht das ganze in Relation zu setzen und sind für mich als Lehrer bei
folgendem Ergebnis gelandet: Für mich muss etwa das 10fache meines Gehaltes an
meine Familie gezahlt werden. Dies wird unter allen Verwandten aufgeteilt und
kann in Form von Bargeld, Schweinen, Reissäcken oder oder bezahlt werden. Vor
der Hochzeit reicht die Familie der Braut eine Liste mit allen Forderungen ein
woraufhin dann evtl. noch Verhandlungen und eine Einigung folgen. Ein Wegrennen
am Altar gibt es hier nicht, das wäre ja ‚unsinnig, da man ja schon bezahlt
hätte‘ :-D.
Am nächsten Morgen fand dann die kirchliche Trauung statt,
welche den Traditionen in Deutschland sehr ähnelt. Kleid, Blumenkinder etc..
Alles nur etwas kitschiger und bunter. Zudem wird am Ende in der Kirche mit
allen getanzt, was eine schöne ausgelassene und feiernde Atmosphäre schafft.
Danach gab es wieder ein Buffet und Abends eine weitere
Feier in einem Festsaal. Alles war durchstrukturiert mit Programm und
Moderator; erneut Buffet; Kuchen anschneiden, Tanzen etc..
Am nächsten Morgen sollte es dann schnell zurück nach Limbe
gehen, da abends das WM-Finale ausgestrahlt wird. ‚Schnell‘ war natürlich nicht
möglich und wir kamen gerade 45min vor Spielbeginn an. Schnell umziehen und los
ging‘s. In einer Bar mit Public viewing genossen wir dann das spannende Spiel.
Lange gefeiert haben wir auf Grund des enormen Schlafmangels nicht.
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