Das letzte verlängerte Wochenende verbrachten wir in Kribi.
Wie bereits erwähnt ging es erst mit einiger Verspätung los wodurch wir erst
spät abends ankamen und der Tag somit gelaufen war. Einer der ersten Menschen
denen wir über den Weg liefen war, wie sollte es auch anders sein, Pastor :-D
Gefühlt trifft dies irgendwie auf jede zehnte Person zu.
Naja. Madame Oben war dann natürlich wieder der Meinung,
dass Gott uns ihn geschickt hat. Ich muss zugeben, dass dies (oder Schicksal,
Zufall oder oder) sehr praktisch war, da er so nett war uns zu dem Hotel zu
fahren welches ich vorher online recherchiert hatte. Da dies jedoch gerade
einen Stromausfall hatte entschieden wir uns für ein anderes in der
Nebenstraße, welches sich auch als günstiger erwies.
Zusätzlich war das T-Shirt des Pastors ganz amüsant, da es
den Aufdruck eines Fußballvereins sowie dessen Dorfmeisterschaft aus
Deutschland hatte (Ich glaube es war Wormsdorf). Dies spiegelt leider zugleich
die Realität Afrikas wieder. Obwohl sie ein reiches Vorkommen an Baumwolle
haben, fehlt jedoch die einheimische Industrie um dies günstig für die
einheimischen Aufzubereiten. Daher wird eher von ausländischen Firmen das
Material abgekauft und weiter verarbeitet sowie exportiert. Erst als
Secondhand-Ware kehrt es dann wieder nach Afrika zurück. (trifft nicht auf alle
Teile Afrikas zu)
Am nächsten Morgen sollte es dann früh morgens zum Strand
gehen. Ich muss dazu erwähne, dass M Oben sehr merkwürdige Schlafgewohnheiten
hat. Sie geht etwa um 9Uhr abends ins Bett und wird um Mitternacht etwa wieder
wach. Die kühlere Nacht nutzt sie dann für Haushalt oder ähnliches, schläft
dann wieder ein paar Stunden und steht gegen 6 Uhr wieder auf. Durch die
Gewohnheit an diesen Rhythmus sitzt sie plötzlich mitten in der Nacht auf dem
Stuhl im Zimmer und lässt Moses und mich weiter schlummern. Ich gebe zu, dass
das zu Beginn sehr merkwürdig war, ich dies jedoch inzwischen genieße da ich
dann für 2 Stunden mehr Platz im Bett habe :-D
Um spätestens 6 sind wir dann alle wach und beginnen
nacheinander zu duschen, was bei den beiden total unorganisiert und meeeeega
langsam abläuft. Sie hätte ja schon einmal duschen können, da sie schon früher
wach war und nur ‚dumm‘ rum saß… Naja. Also wieder 1,5Stunden warten weil….
Duschen ja sooooo furchtbar anstrengend ist und die Tasche noch gepackt werden
muss. Egal. Also los ging es zum Strand wo uns gleich ein Fotograf anquatschte.
Madame Oben stieg soft drauf ein und buchte quasi unser eigenes, total
überteuertes Shooting.
Abgesehen davon war der Strand schön (nicht umwerfend) und
wir genossen es im Wasser zu spielen. Die Beiden können nicht schwimmen, was
daher nur ein planschen für sie ermöglichte. Dann sollte es in die Kirche
gehen, da uns der Pastor des Vortages eingeladen hatte. Ich hatte es dann aber
bevorzugt am Strand zu bleiben und einmal die Stille zu genießen, ohne Geschrei
und Geschichten von Madame Oben. Sie war von der Idee nicht begeistert mich
alleine zu lassen, lies sich jedoch überreden. Man merkte sofort einen riesigen
Unterschied hinsichtlich der Interaktion mit den Einheimischen. Denn bin ich
mit Madame Oben unterwegs, haben die Menschen Ehrfurcht vor ihr und gehen eher
auf Abstand. Kaum bin ich alleine, quatschen mich unzählige Menschen an. Wie so
oft hat auch diese Medaille zwei Seiten: manche sind total nett, wollen vlt.
nur ein Foto mit mir (wozu ich auch eigentlich stets bereit bin) oder wissen
woher ich komme und was ich hier mache. Andere hingegen sind sehr aufdringlich
und lassen dann auch nicht mehr locker. Sie kommen aufdringlich nahe und
erzählen einem wie toll man doch sei und dass sie einen heirate wollen. Wenn
man einfach mal seine Ruhe haben möchte ist dies doch sehr anstrengend
insbesondere wenn das ganze auch noch auf Französisch stattfindet, was ich nun
mal so gar nicht beherrsche (80% Kameruns sind frankophon, 20% anglophon). Mir
wurde jedoch auch schon gesagt, dass diese Heirats-masche nicht nur bei
Ausländern sondern allgemein genutzt wird um einfach Kontakt aufzubauen und ein
Kompliment zu machen.
Im Anschluss habe ich mich wieder mit Madame Oben getroffen,
welche sich lieber in einem Imbiss niedergelassen hat anstatt zur Kirche zu
gehen :-D Nicht sehr verwunderlich. Im Voraus wird selten gedacht und geplant.
Nun gut. Nach einem kleinen Snack sollte es dann zu dem Wasserfall gehen
welcher direkt ins Meer fällt, was sehr selten auf der Welt vorkommt. Wir
schnappten uns also einen Taxifahrer und erklärten ihm unser Anliegen. Er
wollte uns dann gleich ein ganzes packet anbieten inklusive Kanutour zu den
Pigmys (Uhreinwohner). Ich wollte erst verhandeln und weitere Nachfragen
stellen was Madame Oben abwürgte und sie einfach zusagte. Dies stellte sich,
wie sollte es auch anders sein, als ‚Dummheit‘ heraus. Hier die Menschen sind
sehr Leichtgläubig, was ich ein anderes Mal weiter ausführen werde (z.B.
Hexenzauber, Dämonen etc.)
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Also ging es mit dem Auto zu der Kanustelle, wo von einem
anderen Einheimischen ein weiterer Preis verlangt wurde obwohl uns das ganze
als Gesamtpacket verkauft wurde. Wir fingen selbstverständlich an wild herum zu
diskutieren, da wir uns betrogen fühlten. Wir entschieden uns dann nur zu dem
Wasserfall weiter zu fahren und es uns dort gut gehen zu lassen. Ein schöner
breiter Wasserfall der sich ins Meer ergoss. Wirklich schön! Eine angenehme
Anzahl von Menschen die es sich ebenfalls gut gehen ließen und ein Bierchen am
Strand.
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Am nächsten Tag sollte es dann auch schon wieder früüüh
morgens Richtung nach Hause gehen, was im Endeffekt wieder folgendes bedeutete:
6Uhr aufgestanden; 9Uhr erst am Bus angekommen; 10.30Uhr mit dem Bus
losgefahren.
Zudem war ein Zwischenstopp in Douala geplant, da sie zum
Gynokologen musste und einen Termin hatte. Zu erst ging es dann zu Verwandten
wo wir nett mit Essen empfangen wurden. Eigntlich wollten wir dann noch zum
Markt, was dann, wie sollte es auch anders sein, aus Zeitgründen nicht klappte.
Nach dem Arzttermin sollte es weiter Richtung Heimat gehen mit einem
Zwischenstopp bei Ihrer Schwester. Was, oh Wunder, aus Zeitgründen nicht
klappte und wir gleich weiter fuhren. Und dann kam das Unwetter: Von Jetzt auf
Gleich wurde alles dunkel wie in der Nacht. Ein Sturm kam auf mit Wind, Blitz,
Donner und wasserfallartigem Regen. Wir hielten sofort am Straßenrand an und
nichts bewegte sich mehr. Durch die Scheiben war absolut nichts mehr zu sehen,
außer gefühlte 3cm dicke Wasserschichten
die überall herunterliefen. Nur die Lichter anderer Autos ließen sich
erahnen, welche auch stillstanden. Nach etwa 20min legte sich der Sturm und wir
konnten endlich weiterfahren. Umgefallene Bäume, ein Autounfall sowie ein
brennendes Haus konnte ich auf dem Heimweg erblicken. Angeblich war das ein
ungewöhnlicher Sturm. Ich bin mal auf die Regenzeit gespannt, da ich mich in
einem der regenreichsten Ländern der Welt befinde.