Freitag, 8. August 2014

Iya

Meine Arbeitskollegen waren der Meinung, dass ich einen afrikanischen Namen bräuchte. Hier hätte viele noch einen zusätzlich Spitznamen der etwas über sie aussagt. Schnell waren sie sich einig, dass sie mich ‚Iya‘ taufen, was übersetzt ‚Großmutter‘ bedeutet. Sie haben es wie folgt begründet: Dies wäre ein ehrenvoller Name, den man nur an Menschen gibt mit viel Lebenserfahrung. Menschen die man respektiert. Menschen die sich um alle anderen kümmert und dafür sorgt, dass sie sich wohlfühlen und es ihnen gut geht. Sie unterstützen andere jederzeit und haben eine warme, herzliche Art. Es sei wohl unüblich, einen solchen Namen an eine so junge Person wie mich zu geben. Es würde aber zu mir passen und ich hätte es verdient J

Schneiderin

Viele Kameruner (zumindest mit höheren Einkommen) lassen sich ihre Kleider hier Maßanfertigen. Importierte Kleidung ist hier in den Geschäften oft teurer, wenn man etwas neuwertiges will. Juliette nahm uns mit zu ihrer Schneiderin Nicoline, damit wir uns auch ein Klein anfertigen lassen können. Aus einem Kleid wurden inzwischen 9 Kleider J Für umgerechnet 10-20€ pro Kleid muss man doch zuschlagen.



Hochzeit

Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Die Lehrerfortbildung läuft auf Hochtouren, welche viel Vorbereitung verlangt und auch jetzt meine Tage von früh morgens bis nachts in Anspruch nehmen.
Gerade habe ich ein wenig Luft und versuche mal ein wenig nachzuholen:

Hochzeit
Mit der Familie ging es nach Yaounde zu der Hochzeit eines Cousins. Da wir mit Mdm Oben dort hinfuhren, kamen wir natürlich wie immer zu spät. Planendes Denken ist bei ihr wirklich nicht vorhanden. Erstmal braucht sie Ewigkeiten um sich selbst fertig zu machen bis sie dann endlich bereit ist los zu fahren. Aber sobald man die Tür abschließen möchte um das Haus zu verlassen fängt man erstmalig an darüber nachzudenken, dass die Handwerker im Haus sind. Diese müssen dann erstmal aufgefordert werden alles  zu packen und aufzuräumen… Kaum das Haus verlassen, bemerkt man, dass man das Hochzeitsgeschenk zu Hause vergessen hatte etc… Danach dann 7 qualvolle Stunden im Auto nach Yaounde um schnell im Hotel einzuchecken und sich umzuziehen. Danach weiter zur traditionellen Hochzeit am Abend.
Eine riesen Villa mit Garten, unzählige Gäste, Buffet, Musik, traditionelle Kleidung etc.. Prinzipiell eine ‚normale‘ schöne Feier. Was jedoch früher am Abend stattgefunden hat ist spannend:
Der Pride price (Brautpreis): Der Mann muss Geschenke an die ganze Familie der Braut geben (Quasi für die Frau bezahlen). Abhängig von Wohlstand, Bildungsgrad und Region des Landes variieren die Preise. Wir haben versucht das ganze in Relation zu setzen und sind für mich als Lehrer bei folgendem Ergebnis gelandet: Für mich muss etwa das 10fache meines Gehaltes an meine Familie gezahlt werden. Dies wird unter allen Verwandten aufgeteilt und kann in Form von Bargeld, Schweinen, Reissäcken oder oder bezahlt werden. Vor der Hochzeit reicht die Familie der Braut eine Liste mit allen Forderungen ein woraufhin dann evtl. noch Verhandlungen und eine Einigung folgen. Ein Wegrennen am Altar gibt es hier nicht, das wäre ja ‚unsinnig, da man ja schon bezahlt hätte‘ :-D.

Am nächsten Morgen fand dann die kirchliche Trauung statt, welche den Traditionen in Deutschland sehr ähnelt. Kleid, Blumenkinder etc.. Alles nur etwas kitschiger und bunter. Zudem wird am Ende in der Kirche mit allen getanzt, was eine schöne ausgelassene und feiernde Atmosphäre schafft.
Danach gab es wieder ein Buffet und Abends eine weitere Feier in einem Festsaal. Alles war durchstrukturiert mit Programm und Moderator; erneut Buffet; Kuchen anschneiden, Tanzen etc..


Am nächsten Morgen sollte es dann schnell zurück nach Limbe gehen, da abends das WM-Finale ausgestrahlt wird. ‚Schnell‘ war natürlich nicht möglich und wir kamen gerade 45min vor Spielbeginn an. Schnell umziehen und los ging‘s. In einer Bar mit Public viewing genossen wir dann das spannende Spiel. Lange gefeiert haben wir auf Grund des enormen Schlafmangels nicht.

Samstag, 19. Juli 2014

Geburtstag

Spontan hatte uns das Hausmädchen zu dem Geburtstag ihrer Cousine eingeladen. Anstatt 15 Uhr wurde der Beginn dann auf 19 Uhr verschoben. Als wir um 20.30 Uhr ankamen waren wir immer noch ein der ersten Gäste. Bei jeder Feier gibt es einen Moderator der verschiedene Programmpunkte durcharbeitete. Ich war auch namentlich im Programm untergebracht und für das Öffnen des Sekts verantwortlich. Steffi und ich hatten irgendwie Ehrenplätze auf dem Sofa erhalten während alle anderen auf Plastikstühlen platz nahmen. Das Buffet war super lecker uns zahlreiche Getränke führten zu unserer Erheiterung bei. Die Familie ist zudem in der Filmbranche tätig und fragte uns ob wir nicht in einem ihrer Filme mitspielen wollen. Klar. Warum nicht?! :-D Mal schauen ob das vor Abreise noch etwas wird.
Das Hausmädchen trank ebenfalls ein alkoholisches Getränk nach dem anderen, obwohl sie offensichtlich schwanger ist. Ihr selbst ist dies jedoch nicht bewusst.
Nach ein paar ausgelassenen Stunden verließen wir die Party um uns mit Juliette zu treffen und ins Maxims zu gehen. Dort wurden wir jedoch nicht rein gelassen, weil wir nur Flipflops trugen und dies nicht schick genug für den Club wäre. Spontan gingen wir dann ins Neptun und feierten dort bis früh in den Morgen. Ihr Mann war auch dabei, welcher wirklich sehr sympathisch war.  Die beiden zusammen waren auch total süß, weil sie irgendwie noch etwas Verliebtes in den Augen hatten. Bei all den verärgerten Gemütern und mangelnder Liebe für den Partner und Kinder, war dies wirklich schön anzusehen.


Er hat uns zudem beigebracht, wie man mit der Hand Kronkorken viertelt :-D 

Eine Diskussion über Religion

Ein Freund der Familie ist Pastor und war des Öfteren zu Besuch. Natürlich ging das Gespräch wieder einmal in die religiöse Richtung und eskalierte leicht :-D
Wir tauschten uns über die verschiedenen christlichen Auslegungen aus, sowie andere Religionen. Argumentationsführung ist ihm nicht bekannt. Auf Argumente von unserer Seite wurde einfach ein neues Argument gebracht anstatt auf unseres passend zu antworten oder stumpfe Bibelzitate wurden herunter geleiert. Unfassbar. Welch eine Ignoranz. Er ist tatsächlich der Meinung, dass alle anderen Religionen Unrecht haben und er könne diese nicht akzeptieren. ‚Moslems sind ein Problem der Christen‘….Blalabla. Da ist von Weltoffenheit, Akzeptanz und Nächstenliebe echt keine Spur. Kritisches Hinterfragen kennt er nicht. Alles ist wirklich einfach stumpf auswendig gelernt.
Selbst unsere Gasteltern waren auf unserer Seite und waren der Ansicht, dass Religion primär zur Vermittlung von Moral und Werten dient. Und auch wenn wir unterschiedlichen Glauben angehören, die Essenz jedoch in eine ähnliche Richtung geht.
Der Höhepunkt der Diskussion war dann das Argument von ihm: Hinduismus wäre ja wissenschaftlich wiederlegbar, denn bei Ausgrabungen wurde festgestellt, dass die Knochen von Verstorbenen in der Erde zurück bleiben. Daher wäre eine Wiedergeburt ja ausgeschlossen. Ähm…. AHA! Gerade für Steffi, welche sehr wissenschaftlich veranlagt ist, war dies der Auslöser gleich mehrere wissenschaftliche Fakten niederzuschmettern welche den Überlieferungen des christlichen Glaubens wiedersprechen. Aber hierauf wurde wieder nur mit stumpfen Zitaten entgegnet die keinerlei Zusammenhang hatten.
Arg. Ich persönlich finde, das Glaube und Religion eine schöne Sache sein können. Wenn sie jedoch so in Ignoranz und Intoleranz münden… Da kann ich echt ausrasten.


Mr. Talla aus meinem Büro ist ebenfalls Pastor. Er hingegen sieht positive Aspekte in jeder Religion und findet ebenfalls, dass es um Moral und Werte geht; dass es nicht um ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ geht.

Politik - Präsident

Mit mehreren Lehrern hatten wir uns über die politische Situation Kameruns unterhalten. Seit der Unabhängigkeit (1982) des Landes besetzt ein und der gleiche Präsident das Amt, was nicht gerade zum Fortschritt beiträgt. Durch Korruption und Betrug wird er alle paar Jahre wiedergewählt, obwohl die Mehrheit des Volkes sich einen neuen Präsidenten wünscht. Zudem wurde gesagt, dass jeder der sich nur ansatzweise gegen die Regierung erhebt, direkt lebenslänglich ins Gefängnis gesteckt wird. Daher traut man sich nicht zu demonstrieren oder andere politische Bewegungen in gang zu setzten. Jeder der sich irgendwie politisch in eine andere Richtung engagiert, muss dies verdeckt tun und quasi auf den Tod des Präsidenten warten. Erst dann besteht die Hoffnung, solche Bewegungen auch öffentlich betreiben zu können. Des Weiteren wurde gesagt, dass der Präsident selbst gegen so viele Gesetze verstoßen habe, dass er sofort ins Gefängnis käme, sobald er das At ablegen würde. So lange er im Amt ist, ist er die höchste Instanz des Landes und kann nicht angeklagt werden. Selbst Mr. Oben, welcher für die Regierung arbeitet, hat sich zu Hause ebenso kritisch geäußert. Außerhalb der eigenen vier Wänden könne man sich niemals so kritisch unterhalten. 

Sonntag, 6. Juli 2014

Feriencamp – der Start

Nach langer Zeit der Analyse und Vorbereitung fing nun endlich das Feriencamp an.

1 Woche an Lehrerfortbildung:

Anstrengend, Spannend, Schön :-)
Ich habe schon in vielen Ländern trainiert und mit ganz verschiedenen Altersgruppen gearbeitet. Doch immer wieder sind neue Länder eine Herausforderung für mich! Welche Methoden sind möglich? Welche Kompetenzen vorhanden? Wo wird vlt. eine Diskussion ausbrechen? Wird offen die Meinung gesagt? Wird kritisches Denken aktiv praktiziert....? So viele Einflussfaktoren die kulturell beeinflusst werden!
Und genau so kam es auch: Unerwartete Reaktionen und Momente, die ich nicht hätte absehen können. z.B. sind selbst die Erwachsenen es nicht gewohnt, offen zuzugeben, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Komplexe Aufgabenstellungen müssen in Mini-Schritte zerlegt werden. Das erfassen von Modellen, Grafiken und Strukturen dauert wesentlich länger. Puzzeln wurde noch nie praktiziert....
Aber: Ich bin ziemlich zufrieden und bin spontan immer gut auf die Situation eingegangen :-)

Eine der anstrengendsten Diskussionen kreisten um das Thema 'Bestrafung'. Insbesondere, da die Schulleitung und ich uns darauf geeinigt haben, dass es keine Bestrafung mehr geben soll. Was sind alternativen? Strategien? Oh man! Echt krasse Ansichten, die hier in die Gehirne eingebrannt wurden in der Vergangenheit! Die zu überschreiben ist fast unmöglich... Aber wir geben nicht auf und kämpfen uns Schritt für Schritt nach vorne :-)

4 Wochen Feriencamp:

Anmeldungen:
Leider meldeten sich weniger Kinder als erwartet an. Dies ist auf zahlreiche Gründe zurück zu führen, jedoch primär auf die Kultur Kameruns und die große Differenz zu unserer Vision.
Einfach gesagt: Wir wollten zu viel in kurzer Zeit; Ziele die zu weit weg von den Kenntnissen und Erwartungen der Eltern liegen kombiniert mit unterschiedlichen kulturellen Erwartungshaltungen. Aber auch hieraus nehmen wir viel mit um das Projekt weiterhin zu verbessern und nachhaltig in den Lehrplan zu implementieren.
Kontinuierliche Fortbildung der Lehrer während der Praxisphase:
Das Camp bietet uns die Möglichkeit, die Lehrer während der Umsetzung von neu Erlerntem zu begleiten, zu unterstützen und den Fortschritt zu reflektieren. Dies bildet wieder eine Grundlage für die Erstellung des 3-Jahresplanes.
Fazit: Die Lehrer sind bemüht, die Dinge umzusetzen und sind wissbegierig dabei. Trotzdem müssen die Ziele und Schritte permanent wieder angepasst werden. Kleinste, kleinste Schritte sind von Nöten, damit weder Lehrer noch Schüler überfordert werden. Denn auch die Schüler müssen sich erst an neue Konzepte und Methoden gewöhnen und entsprechende Kompetenzen entwickeln.
Die Kinder:
Die Kinder genießen die ‚neue Art‘ des Unterrichts, auch wenn es des Öfteren zur Überforderung kommt. Mangelnde Kompetenzen sind permanent festzustellen, verbunden mit der Angst in den Knochen. Kinder sind schließlich Prügel gewohnt und entsprechend noch von den Lehrern eingeschüchtert. Dies wirkt sich negativ auf interaktive Methoden aus, da die Panik immer mitschwingt: ‚Wenn ich etwas Falsches sage, werde ich bestraft‘. Dies macht den Job insbesondere für Steffi sehr schwierig und frustrierend, da die Kinder zu Beginn Angst vor ihr haben, was sicherlich kein schönes Gefühl ist. Die Arbeit hier sieht eben doch ein wenig anders aus und benötigt immer wieder unser Engagement und Stärke.

Karl – die jugendliche Perspektive

Das WM-Spiel Deutschland gegen die USA wollten wir uns mit unserem 19-jährigen Bruder Karl anschauen. Da er jedoch ein Mittagsschläfchen machte und die Zeit aus dem Auge verloren hatte, machten sich Steffi und ich alleine auf den Weg in die Stadt. Später trafen wir dann Karl in einer anderen Bar mit seinem Freund Morera (25). Dort tranken wir Whiskey-Cola und unterhielten uns über allerlei Themen:
* Karls Verhältnis zu seinem Vater: Angst und Furcht, auf Grund des ‚Wesens‘ des Vaters
* Prügelstrafe: Karl hatte mehrere Narben am Arm, weil er von Lehrern bestraft wurde (z.B. weil er einen Zahnstocher im Mund hatte). Zudem muss wohl Mr. Oben auch den Lehrern gesagt haben, dass sie strenger zu Karl sein sollen. Karl selbst hält nichts davon jemanden zu schlagen und würde auch niemals seine Kinder schlagen. Daher hoffe ich wirklich, dass es sich hier um einen Wechsel der Generationen handelt, wie es in Deutschland auch der Fall war.
*Erziehung von Madame Oben: Karl findet es vollkommen richtig von Madame Oben, wie sie die Kinder ‚herum kommandiert‘. Sie hätte immer ihre Gründe, welche in seinen Augen ganz normal sind. Und schließlich sei es auch ein Thema des Respekts, seinen Eltern ‚zu dienen‘.
*Frauen, Dates, Sex, Religion, Kultur:
-  - -          Selbstbefriedigung ist hier als ‚versaut‘ und ‚unanständig‘ eingestuft. Daher wird mit vielen Frauen gleichzeitig verkehrt, da Masturbation ‚widerlich‘ sei.
-        -   In dem Jugendalter ist Mann eigentlich nicht mit Frauen befreundet. Wenn man zusammen unterwegs ist, lässt dies meist auf ein Date deuten.
-       -    Sex mit mehreren Frauen vor sowie während der Ehe ist ‚ok‘, Masturbation aber nicht.
-       -    Meistens hat Mann erst ein Kind mit der Frau bevor er sie heiratet, denn wenn sich herausstellen würde, dass sie keine Kinder kriegen kann, wäre es ‚Verschwendung und sinnlos‘
-        -   Bis die Ergebnisse der Abschlussklausuren veröffentlicht sind wird er mit keinem Mädel mehr intim werden, da er Gott nicht verärgern möchte und somit negativ auf seine  Abschlussergebnisse auswirken würde. Daher keinen Sex bis die Ergebnisse da sind.
*Ausweis: Karl versuchte uns davon zu überzeugen, dass er bereits 21 Jahre alt wäre. Angeblich hätte man sein Alter angepasst, da er zweimal in der Schule den Jahrgang wiederholen musste. Er hatte auch zwei verschiedene Ausweise mit verschiedenen Daten. Madame Oben bestätigte uns jedoch noch einmal sein Geburtsjahr, was ihn 19Jahre alt sein lässt.
*Naivität und Träume:
Mit 25 Jahren glaubt Morera fest daran, dass er nach seinem Universitätsabschluss nach China zu einem Fußballcamp gehen wird um Fußballprofi zu werden. 1: Seit wann ist China für guten Fußball bekannt? 2: Mit 25 erst mit Fußball anfangen und Profi werden? Kein Wunder, dass Kamerun so früh aus der WM ausgeschieden ist ;-)


Zwischendurch wechselten wir einmal die Bar und gönnten uns ein paar weitere Bier. Es fing richtig heftig an zu regnen, sodass es schwierig wurde wieder nach Hause zu kommen. Spontan fingen wir dann an im regen zu tanzen und die Nacht zu genießen. Gegenseitig zeigten wir uns die ‚Tanz-Styles‘ der eigenen Länder und versuchten die jeweils anderen zu lernen. Eine schöne Nacht, klitschnass und leider ein wenig gestohlenem Geld und Fotos während wir am tanzen waren. Es handelte sich zum Glück nur um 10-20€. Um die Fotos tut es mir mehr leid. 

Freitag, 27. Juni 2014

Kribi 2

Nach einem Tag Pause nahmen wir direkt die nächste große Strecke auf uns: Erneut nach Kribi.
Mit Madame Oben fuhren wir nach Douala wo wir den Bus wechseln mussten. Da ich die Strecke bereits kannte dachte ich, dass es ganz einfach wird. Allerdings stellte sich dann heraus, dass die Busgesellschaft die wir das letzte mal genommen hatten, die Strecke nach Kribi eingestellt hatte. Somit mussten wir erneut durch die ganze Stadt fahren (was hier wirklich ewig dauert auf Grund des heftigen Verkehrs) um zu einer anderen Gesellschaft zu gelangen. Im frankophonen Bereich des Landes wird nur selten Englisch gesprochen, was die ganze Kommunikation enorm erschwert. Daher waren wir dankbar, dass Madame Oben dabei war und alles mit uns klärte. Zudem kannte sie die Preise und wusste sofort, dass uns der Taxifahrer übers Ohr hauen wollte (3000 anstatt 500 pro Person). Nachdem wir erfolgreich unseren Bus gebucht hatten, machte sie sich auf den Weg ins Krankenhaus um ein paar jährliche Tests machen zu lassen und wir uns auf den Weg nach Kribi.
Nach etwa 8 Stunden kamen wir an, checkten schnell in das bereits bekannte Hotel ein und machten uns auf den Weg zum Strand. Dort genossen wir das Meer und den Sound der brechenden Wellen J Kein Geschrei, Lärm…. Nur ein paar starrende Blicke auf unsere weiße Haut und ab und zu ein aufdringlicher Fotograf. Dann eine schöne Dusche unter flieeeeeßendem Wasser J Keine Schüssel oder Schöpfkelle! Und weiter in die Bar für etwas zu Essen und ein paar Bierchen. Zudem gab es noch eine kleine afrikanische Schildkröte für Steffi, da sie an diesem Tag Geburtstag hatte.
Am nächsten Morgen wollten wir dann erneut zu dem Wasserfall der ins Meer mündet sowie die Pygmies besuchen. Der erste englischsprachige Motorradfahrer bestätigte, dass er wüsste wohin wir wollen. Er brachte uns jedoch nur an einen anderen Teil des Strandes, woraufhin wir darauf bestanden, dass er uns zurück bringt und wir natürlich nichts zahlten. Wir waren sicher, dass es nicht an sprachlichen Barrieren lag sondern ein um einen Versuch uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Danach fanden wir einen anderen Fahrer, der uns zum gewünschten Ort brachte. Dort kamen wir sofort mit einem Mann ins Gespräch, welcher scheinbar der Organisator für die Pygmieausflüge zu sein scheint. Nach einer längeren Preisverhandlung ging es dann mit einem Kanu flussaufwärts. An einer Stelle hielten wir um die Affen in den Bäumen herumspringen zu sehen. Danach ging es weiter flussaufwärts zum Dorf der Pygmies, wo 40 Menschen wohnen. Kleine Strohhütten mitten im Wald; zum Teil kleinwüchsige Menschen, einfachste Bedingungen. Mehr Kinder als Erwachsene; Inzucht ist hier selbstverständlich. Ein großer Teil Kameruns ist nicht mit Straßen verknüpft und liegt komplett im Wald. Hier finden sich noch immer unzählige Dörfer; teilweise mit runden Lehmhütten und Einwohner mit Palmblättern bekleidet. Die Regierung hat versucht diese Menschen aus den Wäldern zu holen und in Schulen zu schicken, was jedoch wenig erfolgreich war. Die Pygmies weigern sich und tragen enorm zur Überwilderung in Kamerun bei. Spannend solch ein Leben aus der Nähe zu betrachten, auch wenn man sich ein wenig wie ein Zoobesucher fühlte. Touristisch aufgezogen empfand ich es nicht, da man wirklich ‚einfach‘ als Besucher vorbei kam und einen Spaziergang machen konnte. Die Situation und das Leben dort war echt und nicht nachgestellt.



Nach einem kurzen Aufenthalt ging es wieder mit dem Kanu zurück und um Wasserfall. Da wir diesmal nicht am Wochenende sondern unter der Woche dort waren, waren wir quasi die einzigen vor Ort. Nur ein paar Einheimische und Kinder die Fußball spielten. Wir legten die Füße hoch und zwitscherten uns ein Bier nach dem anderen J Was ein Leben. Später kamen wir noch mit zwei Jungen (22 und 25 Jahre alt) ins Gespräch, welche nur einzelne englische Worte beherrschten. Trotzdem hatten wir einen netten Austausch und haben gemeinsam Fußball gespielt. Wir gaben ihnen zudem meine Handynummer um uns später in einer Bar zu treffen. Da wir jedoch schon super müde waren, hatten wir uns spontan dagegen entschieden. Nun bekomme ich jedoch täglich Nachrichten von Aaron, die noch einmal Aufschluss über die Kultur geben.
‚Becareful for you! God night honey‘; Queen City kiss <3 1 life 1 lov 1 wife; Hi Melissa good slip darling? And Stephanie? It is the heart of love! I really like him. Iam very raving mad. I feel bad about not see you. Take care for you‘; ,Is it possible to meet you today angel?’; ,How do you door? And Stephanie?’; ‘Good night Darling! Take care, big Ice kiss’; ‘I miss you’; ….
è Und das alles nach nur 1-2 Stunden Konversation
Aber hier ist das mit der ‘Liebe’ eh so eine Sache. Einige Jungs haben zig Freundinnen gleichzeitig; die Frauen nehmen die Männer aus; Jeder hat mit jedem Spaß…. Primär die Männer sind untreu…


Am nächsten Morgen ging es für uns dann nochmal kurz an den Strand mit einem Buch in der Hand. Mittags ging es dann schon zurück nach Limbe, was auf Grund des extremen Verkehrs in Douala etwa 8-9 Stunden gedauert hat. Puh. Diese Fahrten in den engen Bussen und Autos ist mega anstrengend.

Bantu Freemann - Künstler

Heute nahmen wir ganz entspannt und wollten uns ein wenig erholen. Wir wollten eigentlich nur kurz in die Stadt um ein paar Dinge bzgl. Internet zu klären, da dies Probleme bereitete. Zufällig lief uns dann Bantu über den Weg, welcher Künstler ist und für uns im Feriencamp Workshops anbieten wird. Spontan gingen wir dann zu ihm nach Hause was auch gleichzeitig seine Galerie darstellt.
Dort erhielten wir unzählige Informationen über seine Kunst Nzimbistic Botanic Art:
[ ‚BOTANIC ART, Also know as plants, green or environmental art, this is the creation of art through the process of transforming local plant materials into beautiful and natural images or objects such as a village, mountain, continent, country, city, house and house hold decorations etc.
NZIMBISTIC ART inspired by natural art of pure truth, positivism and divinity.This film focusses on Bantu Freeman, the Founder of Nzimbistic Botanic Art. A movement from the past,present and future while combining nature and the mystery behind creation. A deep exploration of Art works with the philosopher himself.
https://www.youtube.com/watch?v=RGH1zc3izhI    ]

Ich persönlich habe mich in das folgende Bild verliebt:

Die Bedeutung [Kurzfassung]:
Wer ist der Besitzer von all den Dingen die sich in einem Spinnennetz verfangen? Die Spinne. Das Netz stellt dabei die Gedanken der Gesellschaft dar. Und die gekrümmte und nachdenkliche Frau ist gefangen durch die ganzen Gedanken und Erwartungen der Gesellschaft. Sie verliert sich selbst dabei und ist nicht mehr Herr über sich selbst. Zudem ist sie innerlich leer, wie eine Mücke  im Netz. Die Mücke sieht genau so aus wie vorher, jedoch ist nur noch die äußere Hülle vorhanden und das Leben ausgesaugt.

Nach unzähligen Geschichten zu all den Bildern und Kunstwerken tranken wir gemütlich einen Kaffee und starteten eine kleine Jamsession. Da sowohl Steffi als auch ich eher zu den unmusikalischen Personen gehören, benötigten wir erst einmal eine kleine Nachhilfestunde mit sehr viel Gelächter und Spaß :-D
Er spielte uns zudem ein paar bekannte Lieder vor sowie eigens geschriebene Songs. Auch hier verfielen wir immer wieder in Lachattacken. Die Texte waren sehr amüsant und kulturell geprägt.

Insbesondere ‚bogozugu‘ hatte es uns angetan.  Die Situationskomik wiederzugeben ist enorm schwer. Ich habe es aber in einem Video festgehalten, was ich euch im November nachreichen kann.
Bogozugu wird durch die Busfahrt von Douala nach Kong [‚Douala n Kong‘ in der Landessprache] beschrieben, was das Auf- und Abfahren zwischen den beiden Städten darstellt und repräsentiert die Auf- und Abbewegung beim Sex. Mehrfache Kommunikationsschwierigkeiten und Übersetzungsversuche trugen hier zu humorvollen Missverständnissen bei J
Später kam noch ein Franzose zu Besuch, welcher gleich dieses Lied mit unterstützen musste. Danach vertieften wir philosophische Fragen und kulturellen Austausch.
-        -   Was ist wahres Glück / glücklich sein?
-         -  Bedeutung von Geld im Leben hinsichtlich Glücks
-       -    Sinn des Lebens
-         -  Geben und Nehmen
-          - Was ist ‚Freiheit‘?
-        -   Etc.


Sehr spannend war, dass Bantu bereits in England war und dort die Mentalität als kalt, lieblos und unglücklich wahrgenommen hat. Somit genau das gleiche Statement, was ich über Kamerun verfassen würde. 

Dienstag, 17. Juni 2014

Korup Park

Am Freitagmorgen ging es früh nach Buea um unseren Guide einzusammeln. Da wir ohne Madame Oben unterwegs waren, waren wir sogar mal pünktlich ;-)
In Buea angekommen haben wir John angerufen und weiter ging es nach Kumba. Soweit alles easy und ohne weitere Zwischenfälle. In Kumba brauchten wir dann einen ‚Sammelbus‘ nach Mundemba. Anstatt eines Sammelbusses waren wir dann jedoch gezwungen ein höher gelegtes Auto zu nehmen. Warum höher gelegt? Wegen den Straßenverhältnissen. Anstatt einer schön ebenmäßigen Asphaltdecke gab es hier einen Feldweg aus Lehmboden. In den vergangenen Jahren war die Straße kaum passierbar, wurde jedoch inzwischen begradigt und war gut befahrbar. Trotzdem wird auf Grund der ‚schlechten‘ Straßenverhältnisse ein vergleichsweise hoher Preis für den Transport bezahlt. Zudem wird das Auto mit zig Kilos an Fracht (Hauptsächlich Lebensmittel) beladen, um die Dörfer zu versorgen. Daher mussten wir auch noch etwas für unser Gepäck extra zahlen, da ihnen dies an wertvoller Ladefläche verloren ging.
Das bepacken des Kofferraums stellte sich als sehr amüsant für uns heraus J Andere hätte es vermutlich in den Wahnsinn getrieben: Erst einmal warteten wir im heißen Kumba geschlagene 2 Stunden bis das Auto kam. Dann ging es ans Beladen. Kiste für Kiste und Sack für Sack wurden aufgeladen; alles sooo gemütlich und unorganisiert. Dann wurde wieder alles ausgeladen, da wohl eine andere Fracht wichtiger war als die zuvor aufgeladene. Also nochmal von vorn. Aber auch dann musste wieder ausgeladen werden, da die Pakete noch mit einem Namen des Empfängers versäht werden mussten. Mühselig wurde mit einem Kugelschreiber auf alle 4 Seiten der Kartons ein Name niedergeschrieben. Da der Kugelschreiber jedoch nur dünn schrieb, wurde natürlich die ganze Prozedur mit einem Marker wiederholt. Also nochmal alle Pakete und alle 4 Seiten. Danach wurde ein Anruf getätigt, welcher ihm zu verraten schien, dass es sich doch um einen anderen Empfänger handeln wird. Daher wurden alle Namen durchgestrichen und stattdessen eine Telefonnummer aufgeschrieben. Steffi und ich konnte uns nicht mehr einkriegen vor Lachen :-D John ließ sich von uns anstecken und entschied sich einen kleinen Spaziergang zu tätigen um sich wieder zu beruhigen. Selbst für ihn, aufgewachsen in Kamerun, war es ein lustiges Vergnügen. Weitere 2 Stunden später ging es dann endlich los nach Mundemba, unser Ziel. ZU VIELE MENSCHEN in einem normalen Auto! Wahnsinn wie viele Leute hier transportiert werden! Ich war gezwungen 3 Stunden Fahrt auf Johns Schoß, halb querliegend über Steffis Beine zu verbringen.

Ein anderes Auto mit leeren Kanistern auf dem Rückweg

Als wir endlich angekommen waren haben wir uns erst einmal niedergelassen um ‚Bushmeet‘ zu probieren. Antilope in einer würzigen Pfeffersoße. LECKER! John kümmerte sich um ein Hotel um die Ecke, wo wir nach einem Bier einfach nur noch kurz hinlaufen mussten. Im Anschluss gab es noch einiges Bier mehr, lustige und interessante Gespräche, kulturellen Austausch und einen ziemlich angetrunkenen Spaziergang ins Hotel. Zu dritt teilten wir uns wieder ein Bett, was kein Problem darstellte. Am nächsten Morgen machte sich John recht früh auf den Weg um alle Informationen für unseren Besuch des Korup Nationalparks herauszufinden. Zurück kam er mit ‚schlechten‘ Nachrichten: Wir wären verpflichtet einen weiteren Guide für die Wanderung zu bezahlen, das wäre lokale Vorschrift um das Dorf zu unterstützen. Zudem wären die Hütten im Park zerstört worden, damit Touristen Geld für das Mieten von Zelten bezahlen. Wir hatten also die Wahl:
1: 2 Tage den zusätzlichen Guide zu bezahlen; sowie Eintritt in den Park pro Tag; sowie das Zelt
2: Nur einen Tag i Park zu verbringen; dafür eine weitere Nacht im Hotel; sowie die Schlafsäcke umsonst gemietet zu haben, die wir aus Buea mitgebracht hatten
Wir waren ein wenig verärgert, da wir ja schließlich John bereits bezahlten. Eigentlich um mit uns die Wanderung zu machen, was ja nun im Grunde hinfällig war.
Wir entschieden uns dann für Option 2 und machten uns direkt auf den Weg.

Mit 2 Motorrädern ging es einen holprigen Feldweg Richtung National Park. Dort angekommen mussten wir uns an einer militärischen Station anmelden um den Park betreten zu können. Über eine lange, lückenhafte Hängebrücke ging es dann über den Fluss in den Dschungel. John machte die ganze Zeit mehr Fotos als wir. Er war angeblich schon einmal dort und würde sich auskennen. Wir zweifelten jedoch stark daran. Nun waren wir froh den anderen Guide dabei zu haben, da der mit Machete uns den Weg frei schlug und stets wusste wo es lang ging. 




Quer durch den dicht bewachsenen Wald liefen wir insgesamt etwa 18km zu einem Wasserfall. Zwischendurch mussten wir durch riesige Kolonien an Ameisen laufen, wodurch die kleinen Mistdinger an uns hoch krabbelten und uns trotz geschlossener Kleidung in die Beine bissen.
Unterwegs passierten wir zudem zahlreiche pilzartige Bauten von Termiten, gefutterte Fruchtreste von den Affen und durchquerten Barfuß 3 Bäche. Dabei versenkte Steffi bei einer Überquerung ihre Schuhe, als sie das Gleichgewicht verlor und vergaß ihr Handy in der Hosentasche, welches zwar nass wurde zum Glück jedoch keinen Schaden davon trug.
Zudem kamen wir an 2 Wochen alten Elefantenexkrementen vorbei. Diese Elefanten kämpfen sich durch das Gebüsch und sollen auch in der Lage sein die felsigen Anstiege hochzuklettern. Gesehen haben wir jedoch leider nur ein paar Vögel.

Nach zig Stunden Wandern kamen wir wieder zurück, aßen und genossen ein paar Bier. Im Restaurant lief gerade ein Spiel der WM, was die lokalen Leute zu hitzigen Fußballdiskussionen einlud. Ich habe mir dann einen Spaß daraus gemacht hinüber zu gehen und ihnen zu sagen, dass all die Diskussionen nichtig seien, da Deutschland eh die WM dieses Jahr gewinnen würde. Dadurch handelte ich mir einige lächelnde Gesichter und Sympathie ein.

[Durch den ehemaligen deutschen Unterstützungspackt haben die Deutschen hier einen sehr guten Ruf. Insbesondere durch die Straßen und robusten Gebäude, die noch immer in einem tadellosen Zustand sind. Hitler wird hier von vielen auf Grund mangelnden Wissens bewundert, da er Macht hatte, eine Vision und viel erreicht hatte. Wenn man sie dann wissen lässt, dass Hitler unzählige Menschen aus rassistischen Gründen hat ermorden lassen, wird dies erst nicht verstanden. Wenn man es dann in härtere Worte packt und sagt, dass er Schwarze umbringen lies wird nur erstaunt geschaut und ungläubig oder gar zweifelnd reagiert.]

Nach einem recht kurzen Abend ging es dann auch schon ins Bett, da wir ziemlich kaputt vom Wandern waren. John wollte sich noch ein weiteres Bierchen gönnen, was für uns vollkommen ok war. Nachdem wir schon eingeschlafen waren kam er später ins Zimmer und weckte mich auf. Er wolle noch einen Freund besuchen, der eine Party veranstaltete. Dahin würde man jedoch etwas Geld mitbringen, was er nicht hatte. Ich gab ihm schließlich ein wenig Geld und lies ihn davon ziehen. Später hätte er eh noch seinen zweiten Teil seines Gehalts bekommen. Kurze Zeit später ärgerte ich mich jedoch ziemlich, da er spät zurück kam und mega stank! Da sind wohl einige Bier und andere Getränke geflossen. Der Geruch war selbst am Morgen noch unerträglich und ekelerregend. Zudem schnarchte er dadurch… grrrr. Im Nachhinein ärgere ich mich wirklich, dass ich mich in der Nacht habe überreden lassen. Zudem ärgert mich eh die Tatsache an sich, dass man geweckt wird damit er Geld zum saufen hat. Naja. Bin ich selbst Schuld.
Am nächsten Morgen war er jedoch früh aufgestanden um für uns die Rückfahrt zu organisieren. Dadurch mussten wir nur 30min warten, bis wir zurück nach Kumba fuhren. Ähnlich eng! 7 Erwachsene, 3 mittelgroße Kinder sowie ein Baby in einem normal großen Auto! 3 Stunden! Puh. Wir waren froh als wir es hinter uns hatten. In Kumba nahmen wir ein Motorrad um noch zu einem nahgelegenen Kratersee zu fahren. Vlt. nochmal 20min laufen und wir waren da. Schön erholsam und still inklusiver kleiner Kanutour. Darin zu schwimmen haben wir uns auf Grund der Bakteriengefahr sowie den Warnschildern bezüglich Gase im See nicht getraut.



Nach ein wenig Erholung ging es dann mit dem Fernbus weiter nach Buea und weiter nach Limbe. Gerade rechtzeitig für das deutsche WM-Spiel gegen Portugal (4:0) ;-) 

Planung der nächsten Ausflüge + Gepäckabholung

Da wir noch ein wenig Zeit haben bevor das Holiday Camp sowie die Lehrerfortbildung beginnen, wollen wir diese nutzen und 2 Ausflüge machen. Um den ersten Ausflug zu Planen rief ich John, meinen Guide von der Bergwanderung, an um weitere Details zu planen. Da das persönlich besser geht anstatt über das schlechte Telefonnetz, verabredeten wir uns für den nächsten Tag in Buea, was so einigermaßen auf unserem Weg nach Douala zum Flughafen liegt.
Morgens um 8Uhr ging es dann nach Buea, wo wir John am Bismarck Denkmal trafen. Dort gab er Steffi erst einmal den historischen Abriss, den auch ich bereits erzählt bekommen hatte. Dann ging es ums Geschäft: Wir wollen in den Korup Nationalpark und 1-2 Tage wandern. Nach einem netten Gespräch und ein wenig Verhandlung war alles geklärt (mehr dazu dann nach dem Ausflug).
Im Anschluss machte er mit uns noch einen einstündigen Spaziergang zu einem nahgelegenen Wasserfall. So hatte Steffi die Möglichkeit John schon etwas kennen zu lernen und einen ersten Eindruck von der Natur Kameruns zu erlangen: 10cm große schwarze Tausendfüßler, den Fuß des Mount Cameroons, einen im Dschungel versteckten Wasserfall… Natürlich kostenlos um seine Kunden glücklich zu halten ;-)
Diese 2 Stunden in der prallen Sonne verpassten Steffi dann auch gleich schon den ersten leichten Sonnenbrand.
Danach gingen wir noch in ein Touristenbüro, welchen etwa den 4fachen Preis von John verlangt. Wirklich Glück, dass wir ihn getroffen haben und das alles ein wenig unter der Hand regeln können.

Ok. Der Trip ist geplant also weiter zum Flughafen um Steffi endlich ihr Gepäck zu besorgen und um in Douala den Markt zu besuchen. In Kribi hatte ich ein schönes Tuch gefunden, welches Madame Oben angeblich auf diesem Markt für einen viel kleineren Preis besorgen kann. Jaja. ANGEBLICH! Oft genug glaubt sie etwas zu wissen, was sich dann leider als falsch herausstellt. Auf diesem Markt existieren diese Tücher nicht einmal! Also weiter zu einem anderen. Allerdings lief uns etwas die Zeit davon, da wir bis um 16Uhr noch das Gepäck abgeholt haben wollten. Um Madame Obens suuuuper zuverlässigen Pünktlichkeit entgegenzuwirken hatten wir behauptet, dass das Büro bereits um 16Uhr schließt. Überraschenderweise nahm sie dies auch ernst und wir fuhren dann erst zum Flughafen. Dort bekamen wir recht schnell das Gepäck und schafften es sogar, uns die Fahrtkosten des ganzen Tages für uns beide erstatten zu lassen. Wäre ich härter in die Verhandlung eingestiegen, hätte ich bestimmt noch einiges mehr verlangen können. Aber 2 Personen anstatt nur einer sowie einen kleinen zusätzlichen Bonus von etwa 8€ ist ja auch nicht schlecht J
Steffi meinte schon, dass ich so knall hart im Verhandeln wäre und sie das nicht so könnte. Da haben sich wohl meine Reisen und die Erfahrungen bezahlt gemacht ;-)
Im Anschluss ging es dann weiter zum zweiten Markt. Souvenirs, Tücher, traditionelle Masken etc.. Wirklich schöne Kleinigkeiten. Dann ging es wieder zum Flughafen, da ihr verstorbener Cousin ankommen sollte um in Kamerun beigesetzt zu werden. Steffi und ich gingen in ein Restaurant und genossen ein Bier, während sie die Formalien klärte. Dann ab nach Hause mit später Ankunft.


Unterwegs waren wir ab Buea mit dem privaten Fahrer des Gastvaters. Die Ausgaben der öffentlichen Verkehrsmittel gaben wir dann Madame Oben für den Sprit. Öffentliche Verkehrsmittel wären nicht günstiger gewesen und nicht so flexibel. Zudem haben wir das Geld ja von der Fluggesellschaft zurückbekommen J

Abholdienst

Heute war es soweit. Nach 5 ½ Wochen in Kamerun hieß es: STEFFFIIIII KOMMT! J
Morgens um 8Uhr (also um 9Uhr nach kamerunischer Zeit) machten wir uns auf den Weg nach Douala. Mit dem Wagen einer Arbeitskollegin, Juliette und Nadege aus dem Büro sowie unserem Busfahrer ging es los. Nach nur wenigen Kilometern der erste Zwischenfall: Benzin ist leer und Wagen somit liegen geblieben. Da das scheinbar nicht so unüblich war, machte sich der Fahrer gleich mit dem Taxi auf den Weg zur Tankstelle um ein wenig Benzin zu besorgen. Mit einer aufgeschnittenen Plastikflache wurde dann das Benzin ins Auto eingefüllt und weiter ging es. Auf halber Strecke kamen wir dann durch eine Polizeikontrolle. Erst wurden unsere Ausweise geprüft, Papierscheine; das übliche eben. Doch dann wurde kontinuierlich nach etwas neuem gefragt und geprüft, in der Hoffnung etwas finden zu können. Lichter prüfen, Blinker, Hupe… und schließlich den Feuerlöscher, der hier Pflicht ist. Dieser war vorhanden, funktionierte jedoch nicht mehr. Na super. Da haben sie doch noch einen Fehler gefunden. Und schon wurde eine Gebühr von 25.000 XAF fällig, was hier für eine Putzfrau fast ein ganzes Monatsgehalt ist. Also überirdisch übertrieben! Nun ging es ans Eingemachte: Diskutieren und sich auf einen Preis einigen oder mit auf die Polizeiwache kommen um den Fall zu klären. Wäre man mit auf die Wache, hätte dies vermutlich auch nichts geändert. Also Geduld bewahren und verhandeln. Zum Glück stellte sich dann (nach über einer Stunde) heraus, dass der Polizist eine Schwester hat, welche in der gleichen Schulklasse wie Juliette war. Und plötzlich kamen wir ohne jegliche Gebühr davon.
Gesetz ist hier so eine Sache und Korruption täglich anzutreffen. Dazu später mehr.
Also ging es weiter Richtung Flughafen, wo wir schon 20min nach Landezeit ankamen. Ein eingezäunter Parkplatz führt über eine kleine Treppe zum Flughafen. Also schnell dort hin. ABER NEIN! Das wär zu einfach! Ein Offizier lies uns nicht passieren und meinte, dass wir hier am Parkplatz warten müssten. Wir erklärtem ihm, dass unsere Freundin das erste Mal in Kamerun sei und im Flughafen warten würde. Aber all unsere Argumente prallten ab und wurden nicht einmal mit einem einzigen Gegenargument befriedigt. Nein! Das ginge eben nicht.
Nach einer Weile musste der Offizier sich um ein paar andere ‚Besucher‘ kümmern, was mir die Chance gab, schnell vorbei zu huschen und nach drinnen zu rennen. Drinnen angekommen musste ich eine ganze Stunde auf Stephanie warten, da die Airline ihr sowie zahlreiches anderes Gepäck verloren hatte und zig Passagiere eine Beschwerde im Büro aufgeben mussten. Dies hatte sie auch getan, musste mich nach einer freudigen Begrüßung jedoch auch zu Büro führen, damit wir eine lokale Telefonnummer hinterlegen konnten. Nachdem dies geklärt war ging es zum Auto und Richtung neue Heimat.
Zu Hause gab es dann erstmal eine kleine Einführung meinerseits sowie das Kennenlernen der Familie. Zudem ein erster Spaziergang um die Nachbarschaft und ein erstes Willkommens-Bier J

Am nächsten Morgen ging es erst einmal in die Schule um ein paar Dinge zu klären und ihr einen ersten Eindruck zu geben. Anschließend fuhren wir in die Stadt um ihr wichtige Punkte und Orientierung zu bieten sowie lokales Geld zu besorgen und eine SIM-Karte. Sie kann sich echt glücklich schätzen, dass ich das alles mit ihr mache und ich mich auskenne. Mich hat diese Prozedur etwa 2 Wochen gebraucht, anstatt ein paar Stunden. Jaja. Organisation und Planung ist hier eben etwas anderes ;-)
Zudem hatten wir erneut am Flughafen angerufen, ob das Gepäck angekommen ist. Dies wurde uns zum Glück bestätigt, weshalb wir am nächsten Tag erneut zum Flughafen fahren müssen (Pro Richtung etwa 2 Stunden)

UND: So schön ein bisschen Heimat hier zu haben. Etwas Vertrautes, gemeinsames Lachen und Verständnis.

Montag, 9. Juni 2014

Haaaaaaaare

Über den Haarkult hier hatte ich ja schon einmal kurz berichtet.
Nun war es aber Zeit, das Ganze einmal selbst auszuprobieren :-)

1. Jeeeeede Menge Kunsthaar kaufen
2. Eine Arbeitskollegin überreden, mir die Haare zu machen anstatt in einen Salon gehen zu müssen
3. Über 2 Tage verteilt etwa 7 Stunden am Kopf herumgebastelt zu bekommen (Teilweise sogar von 2 Personen um schneller fertig zu werden)
4: Ergebnis:
5: Fazit: 
Das Haare geflochten bekommen empfand ich als sehr angenehm, sodass ich teilweise fast eingeschlafen bin. Im Salon sehen die Leute immer aus als würden sie wahnsinnige Schmerzen erleiden. Ich mag ein bisschen Ziehen und Arbeiten in meinem Haar. 
Tragegefühl: Ähm. Nein Danke. Durch das Kunsthaar super heiß und kratzig. Gut. Das war zu erwarten, das gebe ich zu. Ausprobieren wollte ich es trotzdem einmal.
Zudem darf man das Haar angeblich nicht waschen, da es sonst anfängt zu stinken und zu gammeln, da sich die Feuchtigkeit im Geflecht sammelt. Angeblich hilft es ein wenig die Kopfhaut mit Alkohol abzutupfen. Naja. Trotzdem muss ich das nicht 4-6 Wochen ertragen, so wie die Einheimischen. Also nach kurzer Zeit wieder raus damit, was etwa eine Stunde gedauert hat. Danach hatte auch ich krauses afrikanisches Haar das in alle Richtungen stand :-D


Donnerstag, 5. Juni 2014

Abschlussfeier

Am Mittwoch war es endlich so weit: Der letzte Schultag! Und somit auch die Deadline für viele Aufgaben die wir alle hatten.
In den letzten Wochen war ich mit Analysen, wissenschaftlichen Datenerhebungen und vielem mehr beschäftigt. Zudem war ich mit der Organisation des Feriencamps beschäftigt. Lehrer evaluieren und einstellen, Agenda planen, Workshops designen, Finanzplan erstellen, Promotionsmaterial herstellen, Radiowerbung schalten und vieles mehr. Nebenher den Entwicklungsplan für die Lehrer ausarbeiten um ihnen für die Ferien Lektüre mitzugeben, als Vorbereitung für die Lehrerfortbildung die ich durchführen werde. Alles musste bis zu diesem Tag fertig sein. Daher war es wirklich ein Tag der Freude und der Erleichterung.
Nun mehr zum Tag:
Alle Schüler und Eltern waren eingeladen um den Abschluss der sechsten Klasse zu feiern und in die Ferien einzuläuten. Pavillons und Stuhlreihen wurden aufgebaut und die ganze Schule geschmückt. Es gab ein Programm von 10-15Uhr mit 2 Hauptmoderatoren (englisch und französisch) und zahlreichen Auftritten. Die Vorschule, Kindergarten sowie die Abschlussklasse hatten Tänze, Debatten, eine Modenschau und Lieder vorbereitet. Die kleinen Knirpse sind ja soooo süß J
Zum Abschluss gab es pro Klasse noch unzählige Ehrenpreise, was sich sehr in die Länge zog. Als belohnenden Abschluss wurde mit allen Lehrern ein paar Bier getrunken J
Meine Herausforderung des Tages: Eine Rede vor etwa 1500 Menschen halten um die Familien dazu zu motivieren, ihre Kinder in das Feriencamp zu schicken. Also eine Mischung aus Inspiration, Motivation und ‚Rechtfertigung‘ warum das Camp so teuer ist und was so besonders ist.
Die wahre Herausforderung, abgesehen dieser riesigen Masse an Menschen: Mich an die Zuhörer und ihre Kultur anzupassen. Wie wird hier inspiriert? Worauf springen die Menschen an? Die einzig wahre Antwort die ich fand war: Du musst wie ein Priester in der Kirche reden. Emotional und üüüüüber-enthusiastisch. Mitreißend und mit viel Gestik unterstreichen. Trotzdem langsam und verständlich, da mein englisch für manche Zuhörer schwierig zu verstehen ist.
Ich muss zugeben, dass mich das wirklich sehr nervös gemacht hat. Doch ich muss sagen: ich habe mich gut geschlagen! J Ich habe sogar Applaus bekommen, welchen die Rektorin bei Ihrer Rede nicht bekommen hat. Applaus war bei der Feier eigentlich nur üblich, wenn das eigene Kind gerade auf der Bühne war.
Zudem hat mir der Tag viel Energie gegeben, da sich alle an den Kindern erfreut haben. Kleine fehler wurden belächelt und als ‚süß‘ empfunden. Kein Geschrei, Geschimpfe oder ähnliches. Einmal waren gerade die Sechstklässler ein Theaterstück am vorführen, als auf einmal ein ganz kleiner Knirps auf die Bühne watschelt und sich in Ruhe das Publikum betrachtet. Eine Lehrerin kam dann von hinten angerannt um den Kleinen einzusammeln. Alle haben gelacht und den ‚Zwischenfall‘ genossen J

Das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass die Kinder wertgeschätzt wurden und Bestrafung nicht nötig war. Schön!

Und nun sind Ferien angesagt. Was nicht bedeutet, dass ich frei habe sondern viel mehr nur etwas flexibler mit meiner Arbeit bin. Keine knappen Deadlines und erstmal etwas weniger Druck. Somit kann ich mich auf das Camp und die Konzipierung der Lehrerfortbildung konzentrieren :-) 

Mittwoch, 4. Juni 2014

Mount Cameroon – Es wird ernst

Samstagmorgen ging es nach nur 20 Minuten Verspätung um 7.20 Uhr los. Allein schon das Gewicht des Rucksacks ließ Madame Oben langsam die Seriosität der Wanderung erkennen. 8 Liter Wasser, ein Zelt, Schlafsack, trockene Anziehsachen und einen dicken Pully zum Schlafen, Essen, Taschenlampe sowie Kameraequipment brachten etwa 17kg auf die Waage. Mit dem Taxi ging es zunächst zu einem kleinen Dorf am Rande des Berges von wo wir bis ans Ende des Dorfes gemeinsam liefen um dort Madame Oben zurück zu lassen. Allein der steile Trampelpfad zu Beginn der Tour lies sie erahnen was ich vor habe und sie war glücklich nicht mit zu müssen. Umso mehr sorgen machte sie sich um mich, was wirklich süß war.
Und los geht’s! Wo soll ich bloß anfangen? Also einen Weg gab es nicht! Der erste Teil der Wanderung ging durch den Dschungel, durch tiefes saftiges Grün. Schmetterlinge, riesen Grasshüpfer und Vogelgezwitscher begleiteten uns immer wieder. Hier und da hörte man die Affen schreien, welche sich jedoch nicht blicken ließen. 

Eins meiner Highlights war ein Chamäleon, was sich geschickt auf dem leuchtenden Grün versteckte. Mit totaler Begeisterung und Faszination hielt ich immer wieder ein braunes Blatt unter den 10cm großen Knirps um das Wunder des Farbenwechsels zu beobachten. Wirklich ein Wunder der Natur meiner Meinung nach!

Nach kurzem Vergnügen mussten wir aber auch schon weiter, um unser Ziel auch zu erreichen. Weiter durch das nasse Gestrüpp, was die Luftfeuchtigkeit enorm steigerte. Schweiß, Luftfeuchtigkeit und Nässe der Pflanzen waren irgendwann nicht mehr zu unterscheiden. Alles war einfach nass. 
Nach etwa 2,5 Stunden erreichten wir die ‚Savanna‘. Bäume waren seltener, veränderten sich und wurden von hohem Gras abgelöst. Und mit hoch, meine ich hoch. Als Guide muss man hier wirklich wissen wo es lang geht, da das Gestrüpp durchaus höher sein konnte als wir es waren. Nach und nach kam immer mehr Vulkangestein zwischen dem Gras hinzu. Geröllartige und teilweise messerscharfe Steine erschwerten den Aufstieg. Auch die Höhe machte sich durch dünne Luft langsam bemerkbar. Nach einiger Zeit wurde das Grad niedriger und die Berge Vulkanartiger. Kleine, ehemalige Krater ragen in die Höhe und bilden eine schöne Landschaft.  Ab einer gewissen Höhe ging es primär um die Krater drum herum auf dem Kamm des Berges stetig nach oben.


Scheinbar lagen wir ganz gut in der Zeit, was meinen Guide dazu veranlasste mich vor folgende Optionen zu stellen:
Sollen wir eine Längere Route gehen? Eine Tour die normalerweise für 3 Tage angesetzt ist und wir machen sie in 2?
Ähm. Ich bin zwar kaputt, aber wenn wir so gut in der Zeit liegen: Klar! J
Später stellte sich heraus, dass ich meinem Ego nicht immer zuhören sollte. Nicht immer höher, besser etc.. Irgendwann ist auch mal gut! Aber dazu später mehr.
Nach meiner Zustimmung ging es dann in eine etwas andere Richtung weiter. Weitere Berge und Krater zierten den Weg sowie Nebel der sich um die Hänge legte. Um 17Uhr erreichten wir endlich unser Ziel: Zwei kleine Metallhütten, die die Deutschen zurück gelassen hatten. Kaputte Generatoren und Wassertanks lassen den ursprünglichen Zustand erahnen. Ich hatte die Ehre mich auszuruhen und den Sonnenuntergang zu genießen, während mein Guide und sein Kumpel Holz sammelten. [John hatte einen Freund, Chica, mitgebracht um ihn als Guide einzuarbeiten]
In der Hütte platzierten wir getrocknetes Gras als Polsterung sowie unsere Schlafsäcke an der Wand und vor uns das Lagerfeuer um uns vor der Kälte des Berges zu schützen. Hätte man vorher gewusst, dass wir diese Strecke nehmen, hätten wir auf 3kg Zelt jeweils verzichten können. Aber gut. Das war vorher nicht abzusehen.
Schnell die Anziehsachen gegen etwas Trockenes gewechselt, einen Tee/Kakao aufgesetzt und in den Schlafsack gekuschelt. Brot und Sardinen aus der Dose waren unser Abendessen, begleitet von kulturellem Austausch. [Hitler wird von Männern in Kamerun gemocht weil er eine Vision, Macht und Abenteuer hatte. Dass er rassistisch Menschen umgebracht hat ist scheinbar nicht ganz so präsent]
Um 8Uhr fing es dann auch an zu regnen und erstreckte sich über die ganze Nacht. Zwischenzeitig handelte es sich wieder einmal um wasserfallartige Niederschläge, was mich ein wenig sorgte hinsichtlich des nächsten Wandertages. Allerdings konnten wir uns sooo glücklich schätzen, dass wir diesen Weg gewählt hatten und in den Hütten Schutz gefunden hatten. Die Zelte hätten uns bei diesem Regen definitiv nicht trocken gehalten und eine schlaflose, kalte Nacht bereitet. Am nächsten Morgen regnete es noch immer, was meine Stimmung schmälerte. Allerdings beruhigte John mich direkt, da er sich sicher war, dass es in etwa 1-2 Stunden aufhören würde. Und er behielt recht J Er kennt diesen Berg und dessen Wetter! Dementsprechend warteten wir bis es nur noch ganz leicht regnete und machten uns auf den Weg. Der regen machte die Vulkansteine rutschig, den Dschungel glitschig und matschig und manche Stellen auf Grund des vielen Wassers nicht passierbar. Ich will mir gar nicht ausmalen, welche Bäche sich gebildet hätten, wenn es weiter so geregnet hätte. Also noch einmal Glück gehabt! Trotzdem gestaltete sich die Wanderung wirklich hart. Unstabile Wege, eine längere Strecke sowie mein unpassendes Schuhwerk, ein paar einfache Turnschuhe, zahlten es mir heim. Mehrfach rutschte ich aus, zog mir Schürfwunden an der Hand und dem Schienbein zu und Schmerzen machten sich in den Füßen breit. Die Steine bohrten sich durch die dünnen Schuhe und Instabilität verschafften mir zahlreiche Blasen (bzw. Fleischwunden), blutunterlaufene sowie gebrochene Fußnägel. Echt nicht schön! Aber selber Schuld!

Als ich das erste Haus des Dorfes erblickte und mit dem dritten Haus die wartende Madame Oben erblickte, war ich so unfassbar glücklich und erleichtert, sodass ich sogar eine Freudenträne verdrückte. Nach einer Pause ging es gleich in den nächsten Kiosk und ein schmerzlinderndes Bier musste her! Madame Oben war total süß und konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil sie sich solche Sorgen um mich gemacht hatte. Und zurück zu Hause angekommen hatte sie gleich einen ihrer Söhne los geschickt um mir noch ein Bier zu kaufen J

Mount Cameroon - Die Vorbereitungen

Am Wochenende wollte ich gerne einen Trip starten und den Mount Cameroon (4040m), den höchsten Berg und aktiven Vulkan in Westafrika besteigen. Laut Reiseführer sollte es in Buea, was nur 45min von hier entfernt ist, ein ‚Reisebüro‘ geben, welches Informationen und Guides bereitstellt. Daher machte ich mich am Donnerstag mit meiner Gastmutter auf den Weg, was natürlich den Zeitplan wie gewohnt aus dem Ruder laufen ließ. Aber dies hatt ich schon zeitlich mit eingerechnet ;-)
In Buea (gesprochen: Boja) angekommen, fragten wir zig Taxifahrer ob sie uns zum genannten Reisebüro bringen könnten. Doch keiner schien es zu kennen. Wir entschieden daher zum Markt zu fahren, da dieser als Adresse angegeben war. Unterwegs fuhren wir dann ungewollt an einem anderen Touristenbüro vorbei welches wir dann umgehend ansteuerten. Was wir fanden war jedoch nur eine Baustelle und eine Tafel mir einer Telefonnummer. Die Bauarbeiter ließen uns dann wissen, dass das Büro nur freitags geöffnet sei. Daher wollte ich dort am nächsten Morgen anrufen.
Nach einer durch den Regen erzwungenen Pause machten wir uns auf den Weg zu dem Denkmal der 50jährigen Widervereinigung. Malereien mit Figuren als Repräsentanten für alle 10 Regionen des Landes schmückten den Hintergrund farbenfroh. Auch hier musste Madame Oben wieder unbedingt Geld für ein überteuertes und schlechtes Sofortfoto ausgeben.
Im nächsten Atemzug kam ein anderer Mann auf uns zu um uns alles Mögliche über das Denkmal zu erzählen. Zudem würde er sich um das nahe gelegene deutsche Denkmal und deutsche Gräber kümmern. Trotz der interessanten Informationen war ich wieder einmal skeptisch. Warum erzählt er uns das alles? Er will bestimmt ein Trinkgeld… etc.. Die typischen Stories die mir bei solchen ‚Verkäufern‘ und ‚Fotografen‘ in den Kopf kommen. Es stellte sich heraus, dass sein Engagement auch nicht ganz uneigennützig war. Es stellte sich heraus, dass er ein Guide ist und unter anderem Wanderungen auf den Mount Cameroon organisiert. Genau das kam mir ja gerade recht J
Es war dann nur noch eine Frage des Preises und des Datums. Und schon war es für das Wochenende geplant. Das einzige Problem war: Madame Oben begreiflich zu machen, dass das eine WANDERUNG ist und kein 2km-Spaziergang. Sie war wirklich sooooo davon überzeugt, dass sie mit kommt und dass sie das schafft. Nach langer Diskussion und ein paar nicht so netten Kommentaren meinerseits kam die Nachricht zum Glück an. Sie war zwar etwas gekränkt, aber eine aufhaltende und nach kurzem aufgebende Madame Oben hätte auch keinem geholfen. John, der Führer, war zum Glück auch sehr feinfühlig und hat ihr angeboten die erste Strecke mit zu kommen (etwa 500m) und sie dort an einer Hütte mit Palmenwein zurückzulassen. Das war dann ein kleines Trostpflaster für sie.

Somit ging es den gleichen Abend wieder zurück nach Limbe, da ich am Freitag arbeiten musste. Auf dem Weg platze dann ein Reifen des Minibus, was allerdings gar kein Problem war. Nach und nach wurden andere Busse angehalten und wir Paarweise abtransportiert. Die entsprechende Bezahlung wurde vom ersten an den zweiten Bus übergeben und war wirklich gut organisiert und lobenswert, auch wenn es sich bei solchen Situationen um keine Seltenheit handelt.

Am nächsten Tag wollte ich nach der Schule wieder nach Buea um noch Lebensmittel für die Wanderung einzukaufen und in dem zweiten Haus der Familie zu übernachten. Aus ‚nach der Schule‘ wurde dann 9Uhr abends, was auf Grund der kurzen Entfernung zum Glück kein so großes Problem war. Ich hatte sicherheitshalber schon vorher in Limbe alles eingekauft, da ich schon damit gerechnet hatte. Man lernt ja dazu ;-)

Mami

Nach nur einer Woche bat mich Madame Oben sie Mami zu nennen. Dies fand ich doch sehr merkwürdig, da nur eine Frau in meinem Leben diesen Namen für mich trägt. Dies erklärte ich ihr auch und sie verstand dies ohne das Gesicht zu verziehen. Nach ein paar Tagen und Unternehmungen konnte ich jedoch den kulturellen Unterschied feststellen: Jede ältere Frau wir Mami genannt, egal ob man sich kennt oder nicht. Es zollt einfach von Respekt.

Eine ähnliche Situation führte ebenfalls zu Verwirrungen:

Mir wurden mehrere Frauen und Männer im Dorf vorgestellt, welche Geschwister zu sein schienen. Vorgestellt wurden mir ihre ‚Brüder‘ und ‚Schwestern‘.  Zunächst war ich verwundert, dass man sich trotz so naher Nachbarschaft nur ganz selten sieht und die Geschehnisse des letzten Jahres erzählen musste. Ich stempelte dies zunächst als Oberflächigkeit ab und steckte es in die Schublade des ‚fehlenden Familiensinnes‘ den ich hier feststelle. Allerdings stellte sich später ebenfalls heraus, dass Bekannte und Freunde ebenfalls als Bruder und Schwester bezeichnet werden. Nach kurzem überlegen wurde mir dann auch klar, dass dies ja auch im Deutschen existiert und in gewissen Kreisen seine Verwendung findet.

Samen sähen und gedeihen

Manchmal ist es wirklich unfassbar, wie leichtgläubig die Menschen hier sind. Bzgl. Dämonen etc. habe ich ja schon berichtet. Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag:
Manchmal tausche ich mit Madame Oben über kulturelle Dinge aus und was für Dinge in Deutschland verbreitet sind. Z.B. über das Fasten, Glaubersalze, Sauna (die es hier natürlich nicht gibt) etc.. Und schon werden all diese Ideen für toll befunden und ohne Hinterfragung übernommen. Sofort will sie Fasten (jaja, wer‘s glaubt! Aber sie scheint scheinbar schon davon überzeugt zu sein), sich regelmäßig in die Sonne begeben weil Schwitzen gesund ist (weil man hier ja auch nur 22Stunden pro Tag schwitzt)… Neue Ideen werden entweder sofort übernommen und hoch gelebt oder stoßen auf sturköpfige Gegenreaktionen. Zweites meist, wenn es gegen den religiösen Glauben und dessen Werte spricht. Erstes bei allem anderen.

Das krasseste Beispiel:
Ich war mit Madame Oben in der Nachbarschaft spazieren und habe von der Umgebung ein paar Fotos gemacht. Dies stößt bei fast allen Leuten auf heftige Reaktionen und Aggression. So auch dieses Mal. Ein Mann meinte mich anschreien zu müssen weil ich ein Foto von einem Gebäude gemacht habe. Wir haben uns geschickt heraus geredet, dass ich nur die Palme fotografiert hätte. Naja. Am nächsten Tag traf sie dann zufällig den gleichen Mann auf dem markt, welcher sie sofort ansprach. Wer ich denn sei und was ich hier mache. Nachdem Madame Oben mich als nationale Unterstützung und sozialen Mensch dargestellt hatte kam der Mann mit folgender Idee: Ich bräuchte täglich und insbesondere während irgendwelchen Ausflügen, militärische Begleitung. Man wüsste nie ob ‚Gangster‘ sich herumtreiben oder gar Terroristen aus Nigeria. Madame Oben ist natürlich gleich auf das Pferd aufgesprungen und hat den Herrn nach Hause eingeladen, Snacks und Wein serviert (denn diese Gesten machen einen Fremden direkt zum Freund der Familie). Der Mann versuchte mich zu überzeugen und mich zuzulabern, bis ich mir irgendwann nicht mehr sicher war was ich glauben sollte. Also schrieb ich gleich eine Mail an Georgia um die Situation aufzulösen.

Fazit: Entweder er wollte nur mein Geld oder er war selbst sehr leichtgläubig und hatte die Idee von jemand anderen. Auch der Gedanke hatte sich in Madams Kopf nach 2 Tagen schon wieder verflüchtigt und war vergessen. Ich kann alleine auf den Markt gehen und Ausflüge unternehmen ohne irgendwelche Bedenken. Sobald hier ein kleines Samen gepflanzt wird, kann der große Auswirkungen haben. Dies erklärt auch diesen Kult um den Propheten und andere Aberglauben.

Montag, 26. Mai 2014

Dies und Das

Hier ein paar kleine Aspekte, die ich hier erlebe und mir auffallen:

Albino:
An der Schule gibt es eine Lehrerin die ein Albino ist. Sprich: Afrikanischer Körperbau (z.B. große platte Nase) aber komplett weiß und gelblich-blonde Haare. Auch auf den Reise habe ich 2-3 Verkäuferinen des gleichen Typen gesehen. Angeblich kommt das öfter mal vor uns ist gesellschaftlich anerkannt.

Schönheitsempfinden:
- Hier steht der Hintern der Frau an erster Stelle. Gerne groß aber knackig.
- Manche Frauen rasieren sich die Achsel, ist aber kein Muss. Beine werden nicht rasiert und ungläubig bei mir betracht :-D
- Die Kunsthaare und Nägel habe ich ja bereits erwähnt
- Der Mann wird primär nach Sicherheitsaspekten ausgesucht (Stärke, Schutz, Geld)

Lehrer vs. Sekretär:
-Lehrer sein ist ein unterbezahlter Job und gesellschaftlich nicht anerkannt. Sekretäre verdienen mehr und übernehmen Arbeiten wie z.B. die handschriftliche Klausur des Lehrers am Computer umzusetzen. Administrative Arbeiten und insbesondere Computerkenntnisse sind hier selten vorhanden und selbst dann sehr unterentwickelt. Den 'Drucken'-Button zu finden kann auch mal 2 Minuten dauern.




Kuchen backen

Sonntags wollte ich 2 Kuchen für die Lehrer backen um die guten Ergebnisse der Abschlussprüfungen zu feiern und um ein wenig deutsche Kultur zu repräsentieren. Fazit: Ein Krampf! :-D
Backpulver, Milch, Kakaopulver? Ähm ja. Schwierig! Milch gibt es nur in gesüßter Form. Selbst Milchmädchen (reiner Zuckersirup) wird als ‚Milch‘ dem Kaffee hinzugefügt. Also hieß es improvisieren und mit Kakaodrinkpulver arbeiten. Wassere mit Kohlensäure um Backpulver zu ersetzten… und so weiter. Und dann einfahcc auf gut Glück mixen :-D
Die Rohmasse war dann schon einmal lecker und ich zufrieden. Und dann, oh Wunder, der Ofen funktioniert nicht (wurde auch Jahre nicht mehr benutzt). Was nun? Backen auf afrikanische Art und Weise: Einen groooßen Topf mit etwas Sand füllen, den Kuchenteig in eine Schüssel umfüllen und diesen in dem Topf platzieren und auf den Gasherd stellen. Ich habe 5 Stunden für 3 Durchgänge gebraucht :-D Zum Glück hat er geschmeckt. Wobei die Kohlensäure natürlich mit der Zeit auch nichts mehr brachte…

Es hat geschmeckt. Die Lehrer haben sich mega gefreut. Und ich hab etwas über afrikanische Kochkunst gelernt. Was will man mehr J

Auf die Piste mit den Gasteltern


Am Samstag Abend ging es mit meinen Gasteltern in eine Bar mit Live-Musik. Was ein Abend :-D
Mehrere Bier und eine Flasche Whiskey zu dritt vernichtet. Uiuiui.
Die Musik war sehr gemischt. Von afrikansicher Musik (so naja nach meinem Geschmack) bishin zu richtig super Sängerinnen die verschiedenste Lieder von z.B. Whitney Huston mal eben locker runter singen. Echt ein schöner Abend! Spannend zu beobachten: Die Leute sitzen einfach nur da, unterhalten sich nicht und hören zu. Ein Lächeln sieht man nirgens. Es wirkt geradezu als ob sie sich langweilen oder gar genervt sind. Ich glaube ich muss echt noch mehr Feingefühl für die Stimmungslage hier entwickeln. Erst mit erheblich gestiegenem Alkoholpegel fangen die Leute an zu tanzen und auf den Stühlen zu wippen. Den Tanzstyle kann ich noch nicht so einschätzen… Bei den Männern wirkt es elektroschock-abzappel-mäßig wärend die Frauen ganz gut die Hüften schwingen. Wobei hier hauptsächlich mit den Beinen, insbesondere im Kniebereich, gearbeitet wird. Demnächst werde ich mit der Nichte, die in meinem Alter ist, mal in einen Club gehen. Ich bin gespannt J
Madame Oben hat sie mir kürzlich vorgestellt, damit wir öfters mal etwas unternehmen können. Evtl. fahre ich mit ihr über das Wochenende an die Küste J Ich hoffe, dass sie nicht soooo langsam in allem ist ;-)

Bezüglich Organisationstalent und Zeitmanagement: Madame Oben wollte heute nach Buea. Wie immer ‚gaaaanz früh morgens‘. Im Endeffekt ist sie nicht gefahren, weil der Kühlschrank leer war uns sie noch einkaufen gehen musste. So etwas sprengt hier gleich einen ganzen Tag.

Ausflug mit Mister Talla


Am Samstag holte mich Mister Talle (Sekretär) mit dem Motorrad ab um mir ein paar Ecken von Limbe zu zeigen. Zu erst ging es zu einem kleinen Kunstladen wo mir verschiedene kulturelle Gegenstände nahegebracht wurden; u.a. Masken und Instrumente. Im Anschluss ging es dann zum Fischmarkt, welchen ich mir zugegebenermaßen anders vorgestellt hatte. Anstatt eines ‚Marktes‘ war es ein Küstenabschnitt mit zahlreichen Fischerbooten (Kanu-artig) sowie die anliegenden ‚Wohnviertel‘. Viele der hier arbeitenden Menschen sind illegale Einwanderer sowie/und unterste Schicht der Gesellschaft. Slums; aneinander gepresste Hütten mit Unmengen an Müll. Über Kanalisation möchte ich erst gar nicht nachdenken bzw. ich mag nicht darüber nachdenken, dass die öffentliche Toilette gleichzeitig der Ausgangspunkt der Fischerei darstellt. Guten Appetit.
Dank Herr Talla war es uns möglich zwischen den Hütten umher zu laufen und einen Einblick zu gewinnen. Beeindruckend war die Art und Weise wir der Fisch geräuchert wird. Eine riesige Hütte mit Feuerstellen und riesige Flächen voll Fisch, welche von Frauen regelmäßig gewendet wurden. Ich hatte schon nach 3min einen Hustenanfall da natürlich kein Abzugssystem bestand bzw. man eben mitgeräuchert wurde.

Anschließend ging es zur Holzfabrik eines Bekannten. Nichts Besonderes abgesehen der harten Arbeit, da natürlich viel per Hand gemacht wird und entsprechende Industrialisierung nicht vorhanden ist.

Danach ging es raus aus der Stadt Richtung Westen zum Fuße des noch weit entfernten Mount Cameroon, dem höchsten Berg und Vulkan Westafrikas.  Hier konnten wir auf einer Lavazunge wandern, die vor 4 Jahren einige Dörfer und Palmenplantagen unter sich begrub (es wurde keiner verletzt). Es war wirklich beeindruckend die neu formierten Berge aus reinem Vulkangestein zu sehen, wo vorher nur flaches Land existierte. Seitlich der Lavazunge erstrecken sich riesige Flächen an Palmen, wohingegen die Lavazunge nur nach und nach kleine Büsche und Gras auf sich gedeihen lässt. Ein heftiger Regen zwang uns leider zu einer eiligen Rückkehr.
Um die Wanderung zu übernehmen mussten wir sogar etwa 2€ Eintritt zahlen. Nicht, dass da ein Büro oder ähnliches gewesen wäre. Nein. Nur zwei einsame Kerle die in einer Hütte die Stunden rückwärts zählen. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich den beiden wohl kaum geglaubt und mich vtl. geweigert den beiden das Geld zu geben. Aber hier in Kamerun ist das nun einmal so :-D

Neben der Hütte waren zudem unzählige Wasserflaschen aufgestellt, welche eine komische Flüssigkeit enthielten. Aufklärung: Es handelte sich um einen gestrandeten Wal und dessen fett, welches als Beautprodukt und gegen Schmerzen verkauft wird. Die Flaschen stehen dort tag und Nacht und keiner hat einen Zweifel, dass sie gestohlen werden. Da sie sich ja immerhin 20min außerhalb der Stadt befinden. Ok :-D

Abschlussprüfungen


In den letzten Wochen vor den Schulferien stehen zahlreihe Klausuren für die Schüler an. Am entschiedensten ist jedoch die Abschlussprüfung in Mathematik und Englisch der 6. Klasse. Sie ist von der Regierung vorgegeben und stellt zugleich die nationale Eignungsprüfung für die Sekundarstufe dar. Falls man sich für eine Sekundarstufe bewerben möchte (leider noch nicht der Normalfall) muss man bestanden haben und wird entsprechend der Abschlussnote gerankt. Zudem werden alle Grundschulen Kameruns daran gemessen und miteinander verglichen.
Fazit: Wir sind die einzige Schule in Limbe die mit ‚Exzellent‘ abgeschlossen hat. D.h. die einzige Schule deren Schüler alle mit einem A bestanden haben. Das war Grund zu feiern J

Nationaler Feiertag


Am nächsten Morgen ging es dann zum Marschieren in die Stadt. Der nationale Feiertag zur Wiedervereinigung Kameruns und Ehrentag des Militärs fing mal wieder ganz toll an. Alle Schüler versammelten sich in Uniform um auf den Beginn des Umzuges zu warten und selbst aktiv mitzumarschieren.  Wie es bei einem so großen Fest nun einmal so üblich ist, werden ganz viele leckere Naschereien verkauft. Auch die Schüler konnten nicht wiederstehen, was jedoch sofort mit Ohren lang ziehen (im harmlosesten Fall) bestraft wurde und die Leckereien in den Gulli geschmissen wurden; mit der Begründung dass die Uniformen sonst dreckig werden könnten.
Ich trennte mich daraufhin von der Gruppe um den Umzug als Zuschauer genießen zu können anstatt aktiv mitzumarschieren. Zu erst passierten mehrere Vertreter des Militärs in den unterschiedlichsten Arbeitsuniformen:



Im Anschluss dann alle Schulen der Stadt mit jeweils ‚nur‘ zwei Jahrgängen der Schule als Vertretung. Unfassbar wieviiiiiele Schüler! Hier wurde in jedem Fall das Bevölkerungswachstum mehr als deutlich! Allen Gruppen immer ein Banner voran mit einem Slogan der Schule. Alle sehr auf Zucht, Ordnung, Leistung etc. fokussiert, was das ganze manchmal wie die Hitlerjugend aussehen lies. Die Lehrer immer seitlich nebenher, die bei Bedarf (gefühlt ständig) die Kinder anschrien wenn sie nicht im Takt marschierten oder evtl. zu schnell waren.