Am Mittwoch war es endlich so weit: Der letzte Schultag! Und
somit auch die Deadline für viele Aufgaben die wir alle hatten.
In den letzten Wochen war ich mit Analysen,
wissenschaftlichen Datenerhebungen und vielem mehr beschäftigt. Zudem war ich
mit der Organisation des Feriencamps beschäftigt. Lehrer evaluieren und einstellen,
Agenda planen, Workshops designen, Finanzplan erstellen, Promotionsmaterial
herstellen, Radiowerbung schalten und vieles mehr. Nebenher den Entwicklungsplan
für die Lehrer ausarbeiten um ihnen für die Ferien Lektüre mitzugeben, als
Vorbereitung für die Lehrerfortbildung die ich durchführen werde. Alles musste
bis zu diesem Tag fertig sein. Daher war es wirklich ein Tag der Freude und der
Erleichterung.
Nun mehr zum Tag:
Alle Schüler und Eltern waren eingeladen um den Abschluss
der sechsten Klasse zu feiern und in die Ferien einzuläuten. Pavillons und Stuhlreihen
wurden aufgebaut und die ganze Schule geschmückt. Es gab ein Programm von
10-15Uhr mit 2 Hauptmoderatoren (englisch und französisch) und zahlreichen
Auftritten. Die Vorschule, Kindergarten sowie die Abschlussklasse hatten Tänze,
Debatten, eine Modenschau und Lieder vorbereitet. Die kleinen Knirpse sind ja
soooo süß J
Zum Abschluss gab es pro Klasse noch unzählige Ehrenpreise,
was sich sehr in die Länge zog. Als belohnenden Abschluss wurde mit allen
Lehrern ein paar Bier getrunken J
Meine Herausforderung des Tages: Eine Rede vor etwa 1500
Menschen halten um die Familien dazu zu motivieren, ihre Kinder in das
Feriencamp zu schicken. Also eine Mischung aus Inspiration, Motivation und ‚Rechtfertigung‘
warum das Camp so teuer ist und was so besonders ist.
Die wahre Herausforderung, abgesehen dieser riesigen Masse
an Menschen: Mich an die Zuhörer und ihre Kultur anzupassen. Wie wird hier
inspiriert? Worauf springen die Menschen an? Die einzig wahre Antwort die ich
fand war: Du musst wie ein Priester in der Kirche reden. Emotional und
üüüüüber-enthusiastisch. Mitreißend und mit viel Gestik unterstreichen. Trotzdem
langsam und verständlich, da mein englisch für manche Zuhörer schwierig zu
verstehen ist.
Ich muss zugeben, dass mich das wirklich sehr nervös gemacht
hat. Doch ich muss sagen: ich habe mich gut geschlagen! J Ich habe sogar Applaus
bekommen, welchen die Rektorin bei Ihrer Rede nicht bekommen hat. Applaus war
bei der Feier eigentlich nur üblich, wenn das eigene Kind gerade auf der Bühne war.
Zudem hat mir der Tag viel Energie gegeben, da sich alle an
den Kindern erfreut haben. Kleine fehler wurden belächelt und als ‚süß‘
empfunden. Kein Geschrei, Geschimpfe oder ähnliches. Einmal waren gerade die Sechstklässler
ein Theaterstück am vorführen, als auf einmal ein ganz kleiner Knirps auf die
Bühne watschelt und sich in Ruhe das Publikum betrachtet. Eine Lehrerin kam
dann von hinten angerannt um den Kleinen einzusammeln. Alle haben gelacht und
den ‚Zwischenfall‘ genossen J
Das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass die Kinder
wertgeschätzt wurden und Bestrafung nicht nötig war. Schön!
Und nun sind Ferien angesagt. Was nicht bedeutet, dass ich frei habe sondern viel mehr nur etwas flexibler mit meiner Arbeit bin. Keine knappen Deadlines und erstmal etwas weniger Druck. Somit kann ich mich auf das Camp und die Konzipierung der Lehrerfortbildung konzentrieren :-)
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