Donnerstag, 5. Juni 2014

Abschlussfeier

Am Mittwoch war es endlich so weit: Der letzte Schultag! Und somit auch die Deadline für viele Aufgaben die wir alle hatten.
In den letzten Wochen war ich mit Analysen, wissenschaftlichen Datenerhebungen und vielem mehr beschäftigt. Zudem war ich mit der Organisation des Feriencamps beschäftigt. Lehrer evaluieren und einstellen, Agenda planen, Workshops designen, Finanzplan erstellen, Promotionsmaterial herstellen, Radiowerbung schalten und vieles mehr. Nebenher den Entwicklungsplan für die Lehrer ausarbeiten um ihnen für die Ferien Lektüre mitzugeben, als Vorbereitung für die Lehrerfortbildung die ich durchführen werde. Alles musste bis zu diesem Tag fertig sein. Daher war es wirklich ein Tag der Freude und der Erleichterung.
Nun mehr zum Tag:
Alle Schüler und Eltern waren eingeladen um den Abschluss der sechsten Klasse zu feiern und in die Ferien einzuläuten. Pavillons und Stuhlreihen wurden aufgebaut und die ganze Schule geschmückt. Es gab ein Programm von 10-15Uhr mit 2 Hauptmoderatoren (englisch und französisch) und zahlreichen Auftritten. Die Vorschule, Kindergarten sowie die Abschlussklasse hatten Tänze, Debatten, eine Modenschau und Lieder vorbereitet. Die kleinen Knirpse sind ja soooo süß J
Zum Abschluss gab es pro Klasse noch unzählige Ehrenpreise, was sich sehr in die Länge zog. Als belohnenden Abschluss wurde mit allen Lehrern ein paar Bier getrunken J
Meine Herausforderung des Tages: Eine Rede vor etwa 1500 Menschen halten um die Familien dazu zu motivieren, ihre Kinder in das Feriencamp zu schicken. Also eine Mischung aus Inspiration, Motivation und ‚Rechtfertigung‘ warum das Camp so teuer ist und was so besonders ist.
Die wahre Herausforderung, abgesehen dieser riesigen Masse an Menschen: Mich an die Zuhörer und ihre Kultur anzupassen. Wie wird hier inspiriert? Worauf springen die Menschen an? Die einzig wahre Antwort die ich fand war: Du musst wie ein Priester in der Kirche reden. Emotional und üüüüüber-enthusiastisch. Mitreißend und mit viel Gestik unterstreichen. Trotzdem langsam und verständlich, da mein englisch für manche Zuhörer schwierig zu verstehen ist.
Ich muss zugeben, dass mich das wirklich sehr nervös gemacht hat. Doch ich muss sagen: ich habe mich gut geschlagen! J Ich habe sogar Applaus bekommen, welchen die Rektorin bei Ihrer Rede nicht bekommen hat. Applaus war bei der Feier eigentlich nur üblich, wenn das eigene Kind gerade auf der Bühne war.
Zudem hat mir der Tag viel Energie gegeben, da sich alle an den Kindern erfreut haben. Kleine fehler wurden belächelt und als ‚süß‘ empfunden. Kein Geschrei, Geschimpfe oder ähnliches. Einmal waren gerade die Sechstklässler ein Theaterstück am vorführen, als auf einmal ein ganz kleiner Knirps auf die Bühne watschelt und sich in Ruhe das Publikum betrachtet. Eine Lehrerin kam dann von hinten angerannt um den Kleinen einzusammeln. Alle haben gelacht und den ‚Zwischenfall‘ genossen J

Das erste Mal hatte ich das Gefühl, dass die Kinder wertgeschätzt wurden und Bestrafung nicht nötig war. Schön!

Und nun sind Ferien angesagt. Was nicht bedeutet, dass ich frei habe sondern viel mehr nur etwas flexibler mit meiner Arbeit bin. Keine knappen Deadlines und erstmal etwas weniger Druck. Somit kann ich mich auf das Camp und die Konzipierung der Lehrerfortbildung konzentrieren :-) 

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