Mittwoch, 4. Juni 2014

Samen sähen und gedeihen

Manchmal ist es wirklich unfassbar, wie leichtgläubig die Menschen hier sind. Bzgl. Dämonen etc. habe ich ja schon berichtet. Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag:
Manchmal tausche ich mit Madame Oben über kulturelle Dinge aus und was für Dinge in Deutschland verbreitet sind. Z.B. über das Fasten, Glaubersalze, Sauna (die es hier natürlich nicht gibt) etc.. Und schon werden all diese Ideen für toll befunden und ohne Hinterfragung übernommen. Sofort will sie Fasten (jaja, wer‘s glaubt! Aber sie scheint scheinbar schon davon überzeugt zu sein), sich regelmäßig in die Sonne begeben weil Schwitzen gesund ist (weil man hier ja auch nur 22Stunden pro Tag schwitzt)… Neue Ideen werden entweder sofort übernommen und hoch gelebt oder stoßen auf sturköpfige Gegenreaktionen. Zweites meist, wenn es gegen den religiösen Glauben und dessen Werte spricht. Erstes bei allem anderen.

Das krasseste Beispiel:
Ich war mit Madame Oben in der Nachbarschaft spazieren und habe von der Umgebung ein paar Fotos gemacht. Dies stößt bei fast allen Leuten auf heftige Reaktionen und Aggression. So auch dieses Mal. Ein Mann meinte mich anschreien zu müssen weil ich ein Foto von einem Gebäude gemacht habe. Wir haben uns geschickt heraus geredet, dass ich nur die Palme fotografiert hätte. Naja. Am nächsten Tag traf sie dann zufällig den gleichen Mann auf dem markt, welcher sie sofort ansprach. Wer ich denn sei und was ich hier mache. Nachdem Madame Oben mich als nationale Unterstützung und sozialen Mensch dargestellt hatte kam der Mann mit folgender Idee: Ich bräuchte täglich und insbesondere während irgendwelchen Ausflügen, militärische Begleitung. Man wüsste nie ob ‚Gangster‘ sich herumtreiben oder gar Terroristen aus Nigeria. Madame Oben ist natürlich gleich auf das Pferd aufgesprungen und hat den Herrn nach Hause eingeladen, Snacks und Wein serviert (denn diese Gesten machen einen Fremden direkt zum Freund der Familie). Der Mann versuchte mich zu überzeugen und mich zuzulabern, bis ich mir irgendwann nicht mehr sicher war was ich glauben sollte. Also schrieb ich gleich eine Mail an Georgia um die Situation aufzulösen.

Fazit: Entweder er wollte nur mein Geld oder er war selbst sehr leichtgläubig und hatte die Idee von jemand anderen. Auch der Gedanke hatte sich in Madams Kopf nach 2 Tagen schon wieder verflüchtigt und war vergessen. Ich kann alleine auf den Markt gehen und Ausflüge unternehmen ohne irgendwelche Bedenken. Sobald hier ein kleines Samen gepflanzt wird, kann der große Auswirkungen haben. Dies erklärt auch diesen Kult um den Propheten und andere Aberglauben.

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